Die Angst vor dem Scheitern

Eishockey Die Erstligisten Aarau und Wettingen-Baden nach Abschluss der Qualifikation

Da der EHC Aarau den direkten Einzug in die Playoffs verpasst hat, steht am 7. Januar ein weiteres Derby gegen Wettingen-Baden auf dem Programm.

Patrik Schneider

2:4 verlor der EHC Aarau am Dienstag das letzte Spiel der Qualifikationsrunde, und er verlor damit auch das Fernduell um den sechsten Platz, der die direkte Playoff-Qualifikation bedeutet hätte. «Im Moment», sagt deshalb Trainer Peter Hofmann, «ist es sicher eine Enttäuschung, dass wir den Umweg gehen müssen.» Denn wenn er sehe, wie positiv sich die junge Mannschaft im Verlauf der Saison entwickelt habe, «dürfen wir uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben». Auch wenn man zu Beginn der Meisterschaft zusammen mit dem Kantonsrivalen Wettingen-Baden als Abstiegskandidat gehandelt worden sei; «und ich für 22 Punkte am Ende der Regular Season wohl unterschrieben hätte».

Nun, da die Punkte halbiert werden, sieht sich der EHC Aarau in der Masterrunde in erster Linie mit der Aufgabe konfrontiert, sich möglichst schnell einen der beiden ersten Plätze zu sichern. «Denn verlieren wir das Derby, sind wir bereits mitten im Abstiegskampf.» Und das will Hofmann, der gerne die obere Masterrunde bestritten hätte, um die Jungen noch häufiger einsetzen zu können, tunlichst vermeiden. Weil der Druck auf die Mannschaft wieder gestiegen ist, muss er nun einen Mittelweg zwischen Routine und Jugend finden. Denn die Nachwuchsspieler sollen gleichwohl eine Chance erhalten zu spielen, sich weiterentwickeln zu können.

Drei der fünf Partien der unteren Masterrunde trägt der EHC Aarau zu Hause aus, darunter auch das Derby gegen den EHC Wettingen-Baden. Dessen Trainer Kai Puonti hatte noch in der Nacht nach dem 1:12 gegen Unterseen-Interlaken, der 17. Niederlage in Serie, das Video der Partie analysiert. Und er kam zum Schluss, dass bei so viel verletztem Stammpersonal – «wir hatten nur zehn Spieler und zwei Torhüter» – nicht mehr möglich sei, als ein Drittel lang mitzuhalten. «Danach war die Luft weg.» 0:8 ging der Tabellenletzte im zweiten Abschnitt unter, aufgegeben hat man die Hoffnung, auch in der nächsten Saison in der 1. Liga präsent zu sein, allerdings nicht. Puonti spricht zwar von einer sehr schwierigen Situation, in der sich die Mannschaft derzeit befinde, «das realistische Ziel bleibt aber der Ligaerhalt». Sein Glaube, dieses zu erreichen, wird gestärkt durch die sich abzeichnende Rückkehr mehrerer Leistungsträger wie Eric und Pascal Wittwer, Captain Oliver Urech und Verteidiger Tomasz Burzanowski. Sie alle sollten in naher Zukunft wieder einsatzbereit sein. «In dieser Situation kann ich jeden einzelnen Spieler gebrauchen», sagt Puonti. Zumal sich Wettingen-Baden in diesem Jahr nicht darauf verlassen kann, dass kein Zweitligist nach oben drängt. Adelboden, hat der Trainer erfahren, soll an einem Wiederaufstieg interessiert sein.

Klare Verhältnisse Der EHC Aarau mit Andreas Trinkler (rechts) hatte bis anhin den Kantonsrivalen Wettingen-Baden mit Michael Frei fest im Griff. rolf jenni