© Aargauer Zeitung / MLZ; 13.12.2004

Sport Aargau Zeitung

Die Aarauer Adler halten die Stellung

1.-Liga-Eishockey Der EHC Aarau gewinnt das Aargauer Derby gegen Wettingen-Baden 7:2

Die «Adler» aus Aarau wurden ihrer Favoriten-Rolle gerecht und verteidigten gegen die «Biber» aus Wettingen-Baden ihre Stellung als Nummer 1 im Kanton.

Andreas Fretz

Die Körper der beiden Torhüter dampften noch ihre Wärme in den Nachthimmel, als der Grossteil der Spieler das Eisfeld bereits verlassen hatte. Jonas Käppeli und Jan Feldmann kennen sich von ihrer Juniorenzeit beim EV Zug. Und nach einer ereignisreichen Schlussphase im Aargauer Derby gab es für sie noch einiges zu bereden. Immerhin fielen in den letzten 85 Sekunden drei Tore, die am klaren Verdikt zugunsten der «Adler» zwar nichts mehr änderten, aber doch noch für Emotionen sorgten. «Emotionen, die eigentlich nicht sein müssten», wie Aaraus Trainer Arnold Lörtscher fand, «aber am Schluss musste wohl der Frust raus. Derbys sind nun mal so.»

Der Frust lag vor allem aufseiten der «Mighty Beavers» aus Wettingen-Baden. Beim 2:7 kassierten sie ein Tor mehr als bei der Derby-Premiere in der Vorrunde. «Beavers»-Torhüter Jonas Käppeli haderte zu Recht mit seinem persönlichen Schicksal: Trotz guter Leistung und zahlreichen Paraden musste er dem Gegner sieben Gegentreffer zugestehen. «Dabei sind wir gut in die Partie gestartet, gingen 1:0 in Führung, verloren nach dummen Strafen aber den Rhythmus.» Effizienz und Routine, erklärte sein Gegenüber Jan Feldmann, gaben den Ausschlag, dass am Ende trotz Rückstand ein ungefährdeter Sieg der Aarauer resultierte.

Die Startphase aus der Vorrunde war noch allen präsent. «Damals waren wir im Rückstand, bevor es überhaupt losging», blickte «Beavers»-Coach Thomas Studer zurück. 0:2 stand es damals nach nur 29 Sekunden. «Diesmal glückte uns der Start.» In der vierten Minute ging der Aufsteiger durch ein Powerplay-Tor von Michael Frei in Führung. Doch die läuferischen und spielerischen Vorteile lagen bei den Aarauern. «Wichtig war, dass wir in dieser Phase die Ruhe bewahrten und unserer Linie treu blieben», sagte Aaraus Captain René Ackermann. Noch vor der ersten Pause gingen die Hauptstädter mit 2:1 in Führung. Bei diesem Resultat blieb es während fast zwanzig Minuten. «Zählt man unsere Chancen, so stand es zu lange nur 2:1. Zum Glück hat sich das nicht gerächt», sagte Aaraus Trainer Lörtscher. Zeno Schwarz benötigte drei Gelegenheiten, ehe er in der 39. Minute auf 3:1 erhöhte. Allerdings fiel sein Torjubel etwas zu provokativ aus, so dass er für zehn Minuten auf die Strafbank wanderte.

Die Aarauer kombinierten zum Teil flüssig und immer wieder fanden Pässe aus der Tiefe freistehende Stürmer. Im Schlussabschnitt erhöhten Stefan Wernli (45.) und Ackermann (56.) entscheidend auf 5:1. Das letztplatzierte Wettingen-Baden blieb somit auch im sechsten Spiel der Rückrunde ohne Punktgewinn. Aarau verliess im selben Zeitraum das Eis fünfmal als Sieger. «Wir müssen versuchen, möglichst nahe an den Playoff-Plätzen dranzubleiben. Wir nehmen Spiel für Spiel und sehen nach der Qualifikation, wo wir stehen», sagte Aarau-Captain Ackermann.