Wer bremst die Talfahrt?

Eishockey Der EHC Aarau und die Beavers Wettingen-Baden vor dem Derby

Heute (20.15 Uhr) kommt es in der Kunsteisbahn Brügglifeld zum zweiten 1.-Liga-Derby der laufenden Saison. Sowohl der EHC Aarau als auch die Beavers Wettingen-Baden haben ein Erfolgserlebnis nötig.

marcel kuchta

Der EHC Aarau hat seine letzten vier Spiele verloren, die Bilanz des EHC Wettingen-Baden ist um einiges grausamer: Die letzten zwölf Partien verliess die Truppe von Trainer Kai Puonti allesamt als Verlierer. Die Mannschaft, welche in den ersten sechs Spielen überraschend sieben Punkte geholt hatte, wurde inzwischen brutal auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Nach dem ersten Aargauer Derby, welches im Oktober mit einem klaren 5:2-Sieg des EHC Aarau geendet hatte, ahnte Beavers-Trainer Puonti schon, dass schwere Zeiten auf seine Mannschaft zukommen würden. Seine Vorahnung bestätigte sich. Gegen die Spitzenteams blieben die Ostaargauer, welche schon vor der Saison als «Favorit» für den Platz am Tabellenende galten, erwartungsgemäss chancenlos.

Bedrohlicher ist jedoch die Tatsache, dass man zuletzt auch gegen die Ranglistennachbarn das Nachsehen hatte. Besonders bitter war dabei die neuste Niederlage: Gegen Thun verspielten die Wettinger in der Schlussphase einen 3:1-Vorsprung und unterlagen schliesslich in der Verlängerung – was ihnen immerhin noch einen Punktgewinn einbrachte.

Ob sich das Blatt ausgerechnet im Derby gegen den EHC Aarau wendet, muss man jedoch anzweifeln. Die Aarauer verloren zuletzt zwar viermal in Serie, dies allerdings gegen die vier 1.-Liga-Spitzenteams Lyss (1:4), Zuchwil (4:8), Unterseen-Interlaken (4:7) und zuletzt Wiki-Münsingen (4:5). Die «Adler» zeigten dabei durchaus ansehnliche Leistungen, in den entscheidenden Phasen fehlte ihnen aber die nötige Routine und Abgeklärtheit. Gegen die Wettinger sind die Aarauer klar in der Favoritenrolle, umso mehr, als man gegen den Kantonsrivalen seit dessen Aufstieg in die 1. Liga noch eine weisse Weste vorzuweisen hat.

«Meine Mannschaft weiss genau, um was es heute Abend geht», ist sich Aaraus Trainer Peter Hofmann sicher, dass seine Spieler den angeschlagenen Gegner nicht unterschätzen, selbst wenn der schon lange nicht mehr gewonnen habe. Für die Aarauer, welche einen Platz unter den ersten sechs und somit die Playoff-Qualifikation nach dem Abschluss der Vorrunde unter Dach und Fach bringen wollen, sind zwei Punkte gegen das Schlusslicht Pflicht. Peter Hofmann vertraut dabei auch auf die Goalgetter-Qualitäten von Stürmer Patrick Rothen. Der Neuzuzug von Rotblau Bern traf in den ersten 17 Spielen bereits 16-mal ins Schwarze. Mit seinen vier Treffern war er auch im Derby-Hinspiel der Hauptverantwortliche für den Aarauer Sieg im «Tägi».

Wen belohnt der Samichlaus mit punkten?
Den EHC Aarau (l. Philipp Beyeler) oder die Beavers Wettingen-Baden (Michael Frei)?
roj

Am «Tag des Samichlaus» wird sich weisen, wessen Talfahrt zu Ende gehen wird. Gut möglich, dass die Aarauer Spieler Nüssli, Mandarinli und Lebkuchen erhalten, die Wettinger dafür einmal mehr die schmerzhafte Rute.