© Aargauer Zeitung / MLZ; 18.10.2004

Eifer der Beavers noch unbelohnt

1.-Liga-Eishockey Wettingen-Baden unterliegt bei der Premiere im Tägi Lyss 2:5

Hannes Schwarz

Bei der 1.-Liga-Premiere im Wettinger Tägerhard durften die Beavers vor einer beachtlich grossen Kulisse von fast 300 Zuschauern lange mit einem weiteren Punktgewinn rechnen. Nach einem ausgeglichenen Startdrittel, in welchem die Seeländer aus Lyss mehr Spielanteile, die Beavers aber mit sehr gefährlichen Kontern die besseren Chancen besassen, dauerte es bis zur Spielmitte, ehe die Gäste aus einem Überzahlspiel heraus den Führungstreffer erzielen konnten.

Zu viele Strafen - 4 Tore in Unterzahl

Es war die Partie der Powerplays - die Überzahl- und Unterzahlsituationen waren zahlreich, wobei hier die Beavers eindeutig die schlechtere Bilanz aufwiesen: Mehr Strafen, schwächeres Powerplay. Die Berner konnten in diesen Phasen einen weitaus höheren Druck aufbauen, aus dem sich die Aargauer oft auch nach Ablauf der Strafe nicht mehr sofort lösen konnten. Der sehr gut aufspielende Wettinger Goalie D’Acunto hielt seine Mannschaft mit tollem Einsatz aber lange im Spiel.

Zumindest der Ausgleich lag buchstäblich in der Luft. In der 36. Minute hatten die Wettinger beispielsweise mit einem Lattenschuss Pech. Im Gegenzug erhöhte Frauchiger - mit 3 Toren zusammen mit Captain Weber die spielbestimmende Figur auf Lysser Seite - mit einem Konter zum 0:2.

Kurios fiel der Anschlusstreffer durch Lienhard: In Unterzahl wagte er einen nicht sehr zwingenden Schuss aufs Lysser Tor. Zur allgemeinen Überraschung kullerte die Scheibe dem Torwart zwischen den Beinen durch. Nun kam Stimmung auf im Tägi. Doch den Wettingern kam ihre noch fehlende 1.-Liga-Routine in die Quere: Übereifer, gekoppelt mit einer Portion Unerfahrenheit, was Spieltempo und Reaktion angeht, führte zu zahlreichen nicht zwingend notwendigen Fouls und vielen Strafen. Auch wenn die Beavers eine lange Phase in doppelter Unterzahl überstehen konnten, kassierten sie im ganzen Spiel nicht weniger als vier Tore in Unterzahl - ein spielentscheidender Faktor!

Da half auch der souverän verwandelte Penalty von Adam Bisenz in der 54. Minute nicht mehr weiter. Die Lysser zeigten bei ihrem 5:2-Sieg übers ganze Spiel gesehen die bessere Leis-tung, vermochten aber nicht vollauf zu überzeugen. Jedenfalls waren sie nicht um die Klassen besser, welche die sieben Punkte Abstand in der Tabelle erahnen liessen.