© Aargauer Zeitung / MLZ; 27.01.2005

Die Grippe provoziert den Trainerwechsel

1.-Liga-Eishockey Kai Puonti folgt auf Thomas Studer

Der Trainer der Beavers Wettingen-Baden, Thomas Studer, trat am Montag von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger Kai Puonti soll nun den Klassenerhalt bewerkstelligen.

marcel kuchta

Dass es für den Aufsteiger Beavers Wettingen-Baden eine schwierige 1.-Liga-Saison werden würde, bezweifelte vor dem Meisterschaftsstart eigentlich niemand. Das Geld, um routinierte Verstärkungen für das Abenteuer in der höchsten Amateurliga zu holen, fehlte. Der Auftakt war dann jedoch vielversprechend. Beim EHC Napf holten die Biber sensationellerweise einen Punkt (1:1). Ein Ergebnis, welches über die wahren Stärkeverhältnisse allerdings hinwegtäuschte. Ein Ergebnis aber, welches gemäss dem zurückgetretenen Trainer Thomas Studer bei einigen Leuten im Umfeld des Teams etwas den Sinn für die Realität verlieren liess. Die aufkeimende Euphorie wich schnell der Ernüchterung. Nach Ende der Qualifikation hatten die Beavers ganze fünf Zähler auf ihrem Konto. Am Ende reihte sich Niederlage an Niederlage. Darum machte die Krise auch nicht vor dem Aufsteiger halt. Die Abnützungserscheinungen zwischen Mannschaft und Trainer nahmen zu, die Suche nach möglichen Auswegen aus dem Dilemma begann. Thomas Studer betont aber, dass «ich immer das Vertrauen des Vereins gespürt habe».

Das Ende der Niederlagenserie

Die vergangene Woche hatte es dann jedoch in sich. Vor dem Meisterschaftsspiel in Thun wurde Thomas Studer von einer Magen-Darm-Grippe ausser Gefecht gesetzt. Der Trainer der 2. Mannschaft, Kai Puonti, begleitete die Beavers ins Berner Oberland - und wurde Zeuge des ersten Siegs nach 15 Niederlagen in Serie. 5:2 gewann der Aufsteiger beim Tabellenvorletzten und verbesserte damit seine Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt. Einen Tag später wurde Studer von Wettingens TK-Chef Andy Kreuzer informiert, dass Kai Puonti in der kommenden Saison den Trainerposten der 1. Mannschaft übernehmen würde. Gleichzeitig vereinbarte man, dass Puonti Studer bis zum Ende der laufenden Meisterschaft an der Bande zur Seite stehen würde.

Negative Signale

Als die Vorbereitungen auf das Spiel vom Samstag gegen Rotblau Bern begannen, spürte Thomas Studer jedoch, dass es innerhalb der Mannschaft Spieler gab, die negative Signale aussandten. «Es waren zwei, drei Spieler, die mich nicht mehr grüssten und mir ganz offensichtlich nicht mehr zuhörten», bemerkte der Wettinger Trainer. Das sei für ihn das Zeichen gewesen, «nur noch eine passive Rolle zu spielen» und die Coaching-Verantwortung an Kai Puonti abzugeben. Die Mannschaft sollte nur auf einen Trainer hören müssen. Denn: «In dieser Situation müssen alle am selben Strick ziehen.»

Am Tag nach der knappen 2:3-Heimniederlage gegen Rotblau Bern reifte in Thomas Studer dann der Entscheid, von seinem Amt per sofort zurückzutreten und Kai Puonti bereits jetzt das Zepter alleine zu überlassen. Eine Entwicklung, die auch der Vorstand der Biber ausserordentlich bedauerte. «Ich habe mir meinen Abgang sicher anders vorgestellt», so Studer, der seit drei Jahren bei den Beavers tätig war. «Ich bin aber überzeugt, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann», macht er seinem Nachfolger Mut. Er betont aber, «dass sich nun auch diejenigen Spieler wieder einordnen müssen, die aus der Reihe getanzt sind.»