Die Aufholjagd wird nicht belohnt

1.-Liga-Eishockey Der EHC Aarau besiegt den EHC Wettingen-Baden erst in der Verlängerung

Zum Auftakt der unteren Masterrunde kam es gleich zum Aargauer Derby. In der 4. Minute der Verlängerung brachten die Aarauer den Sieg doch noch ins Trockene, nachdem sie einen Drei-torevorsprung verspielt hatten.

Michel Hassler

Die favorisierten Aarauer erwischten den besseren Start in der Keba Aarau. Die technische und läuferische Überlegenheit führte zu einigen guten Möglichkeiten, die aber allesamt ungenutzt blieben. Die Wettinger, die seit langem wieder einmal in Vollbesetzung antraten, brauchten ihre Zeit, bis sie sich auf dem Eis gefunden hatten. Erst nach 16 Minuten schoss Roman Zietala den Heimklub in die verdiente Führung. Noch vor der ersten Pause erhöhte Andreas Trinkler das Skore auf 2:0.

Danach wurden erstmals die Folgen der neuen Regelauslegung offenbart. In den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels blieb die Strafbank nur während etwas mehr als zwei Minuten unbesetzt. Vor allem auf Aarauer Seite mussten immer wieder Spieler Platz nehmen. Trotzdem waren es die Hauptstädter, die in dieser Phase in der Lage waren, ihren dritten Treffer zu erzielen. Erneut war es Zietala, der sich in der 23. Minute als Torschütze notieren lassen durfte.

Die vielen Strafen der Aarauer machten sich in der Mitte des zweiten Drittels jedoch bemerkbar. Nach 28 Minuten gelang Wettingens Andreas Bill in einer der vielen Überzahlsituationen der Anschlusstreffer. Dass dieses Tor nicht früher fiel, verdankte die Heimmannschaft in erster Linie ihrem Torhüter Jan Feldmann. In der Folge gaben die Aarauer das Spiel zunehmend aus der Hand. Wettingen andererseits fand immer besser ins Spiel, kam durch Pascal Wittwer vier Minuten vor Drittelsende wieder her an. Aus Sicht des 3:2-Torschützen Wittwer absolut verdient: «Ende des zweiten Drittels hatten wir unsere stärkste Phase, da haben wir die Aarauer zeitweise an die Wand gespielt.» Aarau-Trainer Hofmann mochte nicht so weit gehen: «Wir haben etwas weniger fürs Spiel gemacht. Wir wollten nicht zu viel riskieren. Über das ganze Spiel gesehen waren wir aber das bessere und gefährlichere Team.»

Im ausgeglichenen Schlussdrittel fielen lange keine Tore. Aber als Aaraus Trinkel weniger als zwei Minuten vor dem Ende auf die Strafbank musste, ergriffen die Ostaargauer die letzte Chance, die Verlängerung doch noch zu erreichen. 46 Sekunden vor Schluss traf Wettingens Captain Oliver Urech nach einem Bully ins Schwarze. Die Freude währte etwas mehr als drei Minuten. Dann war es erneut Zietala, der mit seinem dritten Treffer für den EHC Aarau das Spiel in der Verlängerung entschied. Roman Zietala wurde folgerichtig zum besten Aarauer Spieler gewählt.

Die Ehre des besten Spielers auf Wettinger Seite kam Pascal Wittwer zu. Dieser war trotz Niederlage zufrieden mit seiner Mannschaft: «Natürlich war es am Schluss schade, den Sieg zu verpassen, aber das war eine klare Leistungssteigerung. Wenn wir so weiterspielen, holen wir die Punkte.» Aarau-Trainer Hofmann sah ebenfalls einen verbesserten Gegner: «Wir wussten, dass es nicht mehr so einfach wird. Kompliment an Wettingen.» Hofmann wünscht den Kantonsrivalen denn auch den Ligaerhalt: «Dabei sollen sie doch unseren Konkurrenten noch den einen oder anderen Punkt nehmen.»

 

Geführt, dann gezittert Aaraus Zeno Schwarz (am Puck) entwischt hier Wettingens Alessandro Hoedl. Rolf Jenni