Sport Aargau AZ

06.04.2004 05:32

Ein Zwillingspaar sorgt für Schlagzeilen
Eishockey Julia und Stefanie Marty spielen an der Frauen-WM in Kanada eine besondere Rolle
 
Die Schweizer Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft bestreitet die A-WM in Halifax, Kanada. Was aber die kanadischen Medien jedoch viel mehr interessiert als die Resultate, sind die 16-jährigen Marty-Zwillinge aus Nussbaumen.

 

Peter Marolf, Halifax
 
Die Zwillingsschwestern sind eine derart grosse Attraktion für die Medien, dass sie zum Teil abgeschirmt werden müssen, um nicht einer zu grossen Belastung ausgesetzt zu sein. Denn sie sollten sich neben dem Medienrummel auch auf das Eishockeyspielen konzentrieren können.
 
Die beiden begannen im achten Lebensjahr Eishockey zu spielen, durchliefen die Juniorenbewegung bei den Beavers Wettingen-Baden, wo sie auch heute noch bei den Novizen spielen. Gleichzeitig wurden sie vor drei Wochen mit Zug-Seewen Schweizer Meister. «Wir begannen zwar zuerst mit Eiskunstlaufen, doch das war uns zu langweilig, sodass wir des Öfteren mit unserem Bruder Eishockey spielen gingen und uns dann für diesen Sport entschieden», beschreibt Julia ihren Werdegang. Stefanie doppelt nach: «Wir machen immer alles zusammen. Gehen in dieselbe Schule, haben beide Freude am Sport und unternehmen auch in der Freizeit alles zusammen.» Der Vorteil der beiden ist, dass sie untereinander die Spiele analysieren können und sich immer gegenseitig anspornen. «Wenn wir im selben Block spielen, wissen wir, was die andere im Moment tut, und können uns immer den gegebenen Situationen anpassen», beschreiben sie ihr Erfolgsrezept.
 
Beide trafen ins Schwarze
Julia ist Verteidigerin und Stefanie Stürmerin. Beide erzielten in dieser Saison einige Skorerpunkte und waren in den Top 15 der Skorerliste zu finden. Stefanie erzielte im zweiten WM-Spiel gegen Russland gar ein Tor, Julia traf im ersten Abstiegsspiel bei der 3:6-Niederlage gegen China. «Die beiden haben eine gesunde Einstellung zum Sport und haben sich in dieser Saison zu zuverlässigen Spielerinnen entwickelt. Wenn sie so weiterfahren, haben sie sicher eine grosse Zukunft vor sich», ist auch Nationaltrainerin Diane Michaud überzeugt.
Nun erlebte das Zwillingspaar an der WM in Halifax die Feuertaufe und setzte sich gut ins Szene. «Es ist für uns natürlich neu, vor einer so grossen Zuschauerkulisse (bis zu 5000) zu spielen», meint Julia, während Stefanie ergänzt: «Man ist sehr nervös zu Beginn, doch wenn das Publikum die guten Aktionen applaudiert, dann spornt es einen an und die Nervosität ist weg.»
Ob die beiden später einmal in Nordamerika spielen wollen, wissen sie noch nicht. Sie haben noch drei Jahre Schule vor sich. «Es kann durchaus möglich sein, aber wir schauen noch nicht so weit voraus.»